Railmen Story // 03.2020 FAMILIE UND BERUF
FÜR RAILMEN LOKFÜHRER KEIN HINDERNIS

Im Cockpit mit RAILMEN: Daniel Hennig

Der gebürtige Nordsachse und Quereinsteiger ist seit 2013 bei railmen. Als frisch gebackener Familienvater erzählt er uns im Interview, wie er Beruf und Familie meistert.

1. Wie und warum bist du Lokführer/Tf geworden?

DH: „Ich bin gern unterwegs, komme gern viel rum und liebe die Abwechslung. Eintönigkeit war noch nie mein Ding. Durch die Erzählungen und Erfahrungen meiner beiden älteren Brüder – der eine ist Zugbegleiter, der andere Lokführer – habe ich mich schon immer für diesen Beruf interessiert. In den 90ern, als ich mit der Schule fertig war, war es allerdings völlig illusorisch, sich mit einem Hauptschulabschluss bei der DB zu bewerben. Dort wurde massiver Stellenabbau betrieben und größtenteils nur Abiturienten ausgebildet.

Ich begann also erstmal eine Lehre als Koch und zog von Sachsen in die Pfalz. Dann habe ich meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr absolviert und anschließend eine Ausbildung zum Maler & Lackierer im Saarland gemacht. Wirklich glücklich machte mich das aber nicht.

Als mein Bruder mir vor 8 Jahren dann von railmen erzählte, habe ich die Chance ergriffen und eine Umschulung zum Lokführer gemacht. Als Quereinsteiger habe ich die theoretische Ausbildung bei der AWV Leipzig GmbH und die Praxis über railmen bei der SBB Cargo im Güterverkehr innerhalb von 12 Monaten erfolgreich abgeschlossen.

Railmen hat mich dann auch nahtlos übernommen und so fuhr ich bis 2018 für die SBB Cargo Güterzüge zunächst regional von Karlsruhe aus, später dann hauptsächlich auf der Rheinschiene. Durch die Weiterbildungsmöglichkeiten bei railmen konnte ich mich dabei im ersten Schritt fachlich weiterentwickeln und anschließend als Streckenlokführer im Güterfernverkehr mein Einsatzgebiet bis an die österreichische Grenze erweitern. Aufgrund des breiten Kundenstamms von railmen bestand 2019 dann die Möglichkeit, wunschgemäß in den Personenverkehr zu wechseln. Seither sitze ich im Cockpit eines Lint 54 (Baureihe 622) der Südwestdeutschen Landesverkehrs AG (SWEG) und bringe Menschen in Ulm und um Ulm herum von A nach B.“


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2. Wie lassen sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren?

DH: „Von Ulm, meinem derzeitigen Einsatzgebiet, ist es nur eine gute Stunde bis zu meinem zu Hause am Bodensee, wo es mich – der Liebe wegen – hin verschlagen hat.

Viele meinen, dass das Lokführer-Dasein nichts für Familienmenschen wäre. Dies kann ich selbst als frisch gebackener Papa nicht bestätigen. Man muss sich gut organisieren und braucht eine Partnerin, die kein Problem damit hat, dass man nicht jeden Tag nach der Arbeit nach Hause kommt. Andererseits haben wir durch das gute Einkommen nicht nur eine gewisse finanzielle Sicherheit, sondern können uns privat eben mehr Wünsche erfüllen als andere.

Ich bin der SWEG sehr dankbar, denn ich habe eine perfekte Arbeitszeitlösung, die mir und meiner Frau bei der Koordination ihres und meines Jobs sowie der Familie sehr entgegenkommt. So habe ich zum Beispiel jeden Freitag und Samstag frei und viel Zeit für mein Kind. Wenn ich mir jedoch etwas wünschen könnte, dann wäre es momentan definitiv mehr Schlaf. Aber ich denke, dass sich das mit zunehmendem Alter meines Sprösslings wieder normalisieren wird.“


3. Was war das Kurioseste, was dir bisher als Lokführer passiert ist?

DH: „Das ist schwierig zu sagen, denn man trifft jeden Tag viele Menschen und es passieren sehr oft unvorhergesehene Dinge. Letztens hatte ich zwischen Aalen und Ulm eine Schalmeien-Kapelle an Bord. Die haben den ganzen Zug unterhalten und richtig Stimmung gemacht. Alle Fahrgäste haben mitgefeiert und waren super gut drauf."


4. Hast du Hobbies und kommst du überhaupt dazu, denen nachzugehen?

DH: „Ich bin in meiner freien Zeit viel mit meinen zwei Mädels unterwegs,
mal mit dem Fahrrad, zum Spazieren am Bodensee oder in den Bergen." 

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